Katastrophenschutz

Schneesturm, Überschwemmungen oder Massenkarambolagen: Muss vielen Menschen akut geholfen werden, kommt der Katastrophenschutz zum Einsatz. Die ehrenamtlichen Helfer des Katastrophenschutzes sind zur Stelle, wenn die Kräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr nicht ausreichen. Die Malteser sind gem. Artikel 7 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes zur Hilfeleistung im Katastrophenfall als freiwillige Hilfsorganisation verpflichtet und leisten hier ihren Beitrag. Bund und Länder unterstützen die Arbeit der Malteser im Katastrophenschutz materiell und fördern mit einem finanziellen Beitrag die Einsatzfähigkeit. Malteser und Behörden bilden eine bewährte Partnerschaft zum Schutz der Bevölkerung bei außergewöhnlichen Ereignissen.

Wir bereiten unsere ehrenamtlichen Helfer umfassend und qualifiziert auf die Aufgabe als Sanitäter, Betreuer, Verpflegungshelfer oder Fernmelder im Katastrophenschutz vor. Die theoretische und praktische Schulung in den Gruppen befähigt sie, auch unter schwierigen Einsatzbedingungen kompetent zu helfen.

Größere Notfälle, sogenannte Großschadenslagen (zum Beispiel Erdbeben, Abstürze von Flugzeugen, Großfeuer, Explosionen, Terroranschläge oder Massenkarambolagen) können die regulären Rettungskräfte überfordern. Neben der Aufstockung der medizinischen Hilfe kann es nötig werden, Sanitätsstationen zu errichten, die Verpflegung sicherzustellen, einen Such- und Informationsdienst zu installieren und vieles mehr. In solchen oder ähnlichen Fällen, in denen rasch zahlreiche Helfer benötigt werden, kommen Schnell-Einsatz-Gruppen zum Einsatz. Sie sind in der Lage, den Rettungsdienst Tag und Nacht schnell und effektiv zu unterstützen. Jede SEG ist auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert und rund um die Uhr einsatzbereit.

Wir suchen immer Helfer, die sich hier für die Allgemeinheit engagieren wollen – wir bieten eine qualifizierte Ausbildung für eine außergewöhnliche, interessante Tätigkeit in einem großen Team.

Ihr Ansprechpartner in der Diözese Regensburg

Rainer Zollitsch

Rainer Zollitsch
Referent Notfallvorsorge
Mobil 0151 14293119
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Schnelleinsatzgruppe Behandlung

Ein wichtiger Bestandteil des Katastrophenschutzes ist die Versorgung verletzter Personen bei Schadenslagen, die den örtlichen Rettungsdienst personell oder materiell überfordern.

Die Schnelleinsatzgruppe Behandlung unterstützt die ärztliche Versorgung bei einer Vielzahl von Verletzten und Kranken. Sie gliedert sich in zwei Sanitätsgruppen, einen Gerätewagen San (GW San25) und einen Mannschaftstransportwagen (MTW). Sie können getrennt alarmiert werden.

Personalstärke und Ausstattung der SEG-Behandlung sind für die Versorgung von 25 Verletzten ausgelegt. Die Schnell-Einsatz-Gruppe Behandlung führt dringend benötigtes medizinisches Material sowie Zelte, Tragen, Decken, Infusionen, Sauerstoffgeräte, Verbandstoffe usw. an die Einsatzstelle und unterstützt den Rettungsdienst bei der Versorgung der Verletzten. Sie kann in der ersten Phase zwei bis drei Schwerverletzte, 5 bis 6 Mittelschwerverletzte und 16 Leichtverletzte versorgen oder bis zu  max.100 unverletzte Personen betreuen.

Wer sich in der SEG engagieren möchte, durchläuft eine medizinische Fachausbildung, die in der Regel 80 theoretische und 20 praktische Unterrichtseinheiten umfasst. Eine Weiterqualifizierung zur Fachkraft im Rettungsdienst ist möglich.

 

Schnelleinsatzgruppe Transport

Die Schnelleinsatzgruppe Transport stellt ergänzende Transportkapazitäten für den öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst bereit. Sie kann 4 verletzte Patienten sitzend/liegend transportieren. Sie verfügt über zwei Notfallkrankenwagen Typ B EN 1789 oder vergleichbare Transportmittel mit der entsprechenden Ausstattung und Transportkapazität.

Schnelleinsatzgruppe Betreuung

Die Schnelleinsatzgruppe Betreuung versorgt und betreut hilfebedürftige Menschen mit lebensnotwendigen Versorgungsgütern, sichert die sozialen Belange der Betroffenen während der einzelnen Betreuungsphasen und führt Maßnahmen der Basisnotfallnachsorge durch. Sie sorgt für einfachste Verpflegung und vorläufige, vorübergehende Unterbringung von Betroffenen.

Die SEG-Betreuung verfügt über zwei Betreuungskombis und einen Betreuungsanhänger (Bt-Anh). Die Personalstärke und die Ausstattung der SEG-Betreuung sind so ausgelegt das sie bis zu 200 unverletzt Betroffene versorgen können. Im Bedarfsfall wirkt sie unterstützend bei der Versorgung von Verletzten der Sichtungskategorie III (Leichtverletzte) mit. Sie wirkt auch im Rahmen ihrer Aufgaben bei den Hilfsmaßnahmen anderer Fachdienste mit, insbesondere beim ABC-Dienst (CBNR-E) an der Personendekontamination, der s.g. Dekon P mit.

Ferner führt die SEG Betreuung Material für alle primären Betreuungsmaßnahmen mit sich. Sie verfügt über ein Zelt, Feldbetten, Einmalkleidung und Hygieneartikel, sowie Registriermaterial und je eine Einsatzkiste für Kinder und für Babys. Ein Hockerkocher und Töpfe zur Erstellung einfachster Verpflegung (Tee; Eintopfgericht), ist ebenso Bestandteil der Ausstattung, wie Geschirr und Speisentransportbehälter bzw. Ausschankthermophore. Für den mobilen Einsatz im Gelände oder Gebäude sind zwei  Betreuungsrucksäcke und für die medizinische Erstversorgung ein Notfallrucksack vorhanden.

Schnelleinsatzgruppe Verpflegung

Die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung kann jede gewünschte Verpflegung herstellen, wobei das Heranführen der Lebensmittel (Rohprodukte) und die Verteilung der Verpflegung von anderen Teileinheiten übernommen werden sollte. Die SEG-Verpflegung ist mit einem Betreuungs-Lastkraftwagen incl. Wasserversorgungssatz und einem Feldkochherd ausgestattet. Sie kann auch eigenständig alarmiert werden.

Die SEG-Verpflegung errichtet und betreibt Küchen. Sie sorgt für Verpflegung von Betroffenen und Einsatzkräften. Sie veranlasst den Transport von Verpflegung und gibt Verpflegung aus. Die Sicherstellung der Wasserversorgung im Küchenbereich ist ebenso Aufgabe wie die Logistik und Lagerung von Nahrungsmitteln. Die SEG Verpflegung arbeitet nach den geltenden gesetzlichen Hygienevorschriften.

Ihre Versorgungskapazität ist dabei so ausgelegt, dass sie in einem Kochgang bis zu 200 Personen in 4 Stunden versorgen kann. Bei Verpflegungseinsätzen größerer Art und umfangreicherer Verpflegung ist die Mithilfe weiterer SEGen-Verpflegung, Teileinheiten und Kräfte erforderlich.

Die Zubereitung und Ausgabe der Verpflegung erfolgt grundsätzlich an (auch wechselnden) stationären Einrichtungen mit Strom- und Wasserversorgung. Durch die mitgeführte Ausstattung (unter anderem Küchenzelt, Stromerzeuger, Beleuchtung und Wasserverteilung) ist auch ein autarker Betrieb möglich.

Nach Aufbau des FKH und des Zeltes kann der Bt-LKW Lebensmittel sowie in den vorhandenen Behältern bis zu 2000 Liter Trinkwasser zur Versorgungsstelle transportieren und über die Wasserverteilanlage an die Hilfsbedürftigen ausgeben. In den ebenfalls zur Ausstattung gehörenden isolierten Speisenbehälter kann darüber hinaus die zubereitete Verpflegung zu weiter entfernten Ausgabestellen transportiert werden.

Schnelleinsatzgruppe Information und Kommunikation (Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung)

Bei Einsätzen und bei Schadensereignissen mit einer Mehrzahl von Verletzten, Erkrankten und oder Betroffenen, deren Bewältigung auf Grund des Schadensumfangs einen Koordinierungsaufwand erfordert, wird der Einsatzleiter zur Wahrnehmung seiner Aufgaben an der Einsatzstelle zusätzliche Unterstützungskräfte benötigen. 

Für diese Fälle kann für den Bereich einer Kreisverwaltungsbehörde von den Hilfsorganisationen in Abstimmung mit der Kreisverwaltungsbehörde eine "Schnelleinsatzgruppe Information und Kommunikation –SEG IuK–" aufgestellt werden.

Die SEG IuK unterstützt die Einsatzleitung bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Der Einsatzleiter ist für ihren jeweiligen Aufgabenbereich weisungsbefugt und gegenüber allen Mitgliedern der SEG IuK. 

Insbesondere wird die SEG IuK unterstützend bei der Wahrnehmung folgender Aufgaben tätig:

  • Sichtung, Einrichtung von Erstversorgungsbereichen vor Ort 
  • Verletztenerfassung 
  • Verletztenabtransport einschließlich Einweisung und Koordination der Transportmittel vor Ort 
  • Kommunikation