Migration und Flüchtlingshilfe

In einer multinationalen Gesellschaft ist die Unterstützung von Geflüchteten, Migranten und Asylbewerbern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Hier spielen die ehrenamtlichen Integrationslotsen der Malteser eine Schlüsselrolle. Sie begleiten bei alltäglichen Herausforderungen, wirken als Kulturmittler und bringen Werte, Normen und Gepflogenheiten näher. Die Integrationslotsen sind Menschen aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Alters, die nachhaltige Freundschaften zwischen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung als Grundlage für Integration und ein Kennenlernen auf Augenhöhe fördern.

BEGEGNUNGSRÄUME SCHAFFEN

Räume schaffen, die Begegnung und Austausch ermöglichen, ist ein Anliegen der Malteser. Es werden Vorurteile abgebaut, Offenheit und Respekt gefördert sowie Deutschkenntnisse und kulturelle Werte vermittelt. Bei verschiedenen Projekten begegnen sich Menschen unterschiedlichster Kulturen und lernen sich unbefangen kennen und schätzen. Sie motivieren dazu über den eigenen Tellerrand zu schauen, sind gut vernetzt und ermöglichen grenzübergreifend Begegnung und Austausch.

VIELFALT BEDEUTET GEWINN

Jeder hat die Möglichkeit sich nach eigenen Interessen und Vorlieben bei den laufenden Projekten einzubringen oder neue Ideen zu verwirklichen.

Sie wollen sich als Integrationslotse engagieren? Rufen Sie uns für weitere Informationen gerne an - wir freuen uns!

Ihre Ansprechpartnerinnen in der Diözese Regensburg
Johanna Eckmüller

Johanna Eckmüller
Koordinatorin Integrationsdienste
Tel. 0941 58515-29
Fax 0941 58515-15
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Astrid Knab

Astrid Knab
EA-Koordinatorin Flüchtlingshilfe
Tel. 09621 4933-55
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Stories from the World – die Flüchtlingshilfe der Malteser stellt sich vor

Sich Kennenlernen, Austauschen und Begegnen auf Augenhöhe wird in den Projekten der Integrationslotsen in Amberg und Regensburg Groß geschrieben. Nur wo Begegnung sattfindet, kann Integration in die Gesellschaft und soziale Teilhabe von Menschen mit Fluchterfahrung gelingen. Aufgrund der aktuellen Situation können unsere Begegnungsprojekte gerade nicht stattfinden. Daher möchten wir Ihnen ein Kennenlernen und Begegnen auf eine andere Art und Weise ermöglichen. Wir stellen Ihnen hier in den folgenden Wochen unsere Teilnehmenden und Mitwirkenden aus den Projekten der Malteser Flüchtlingshilfe vor. Freuen Sie sich mit uns darauf, Neues kennenzulernen.


Steckbrief über Mostafa

Wer bist du? Was magst du uns über dich erzählen?
Ich bin Mostafa Al-Musawi 32 Jahre alt und ledig. Ich komme aus der Islamischen Republik Iran. Ich bin in Teheran geboren aber meine Nationalität ist Iraker. Meine Kultur stammt zu 70% aus dem Iran / Persisch. Seit vier Jahren und 5 Monaten bin ich jetzt in Deutschland.

Was sind deine Hobbies? Was machst du besonders gerne?
Mein Hobbies sind Politik, Technologie und Musik z. B (Pink Floyd). Ich bin vielseitig interessiert  und mein Spaß ist sehr komplex. Zum Beispiel gehe ich auch gern auf Demonstrationen gegen diktatorische Regime Iran oder Nordkorea... Mein Ziel ist die Freiheit für alle!
 

Wie bist du zu den Maltesern gekommen?

Meine  Lehrerin machte mich im Kurs auf die  Malteser Organisation aufmerksam und ich bin zu einem Treffen gekommen und habe die Leute dort kennengelernt. Seitdem bin ich aktiv als Malteser Integrationslotse und fühle mich sehr glücklich und hoffnungsvoll...
 

Was waren deine ersten Eindrücke in Deutschland?
(Was hat dir gut gefallen? Was war komisch für dich?)

Ich wollte unbedingt die Diktatur im Iran verlassen. Europa war mein Ziel für ein Leben ohne Diktator. Ich bin im Winter Januar 2016 gekommen. Die Reise war zwar kurz, aber gefährlich und sehr bedeutungsvoll. Trotzdem fühlte ich mich gut weil ich 6.000 Kilometer von Iran entfernt war.
 

Erzähl uns etwas Schönes über dein Heimatland. Gibt es eine schöne Erinnerung, die du mit uns teilen willst? Oder etwas anderes Schönes, was du sehr vermisst?
Erwarten Sie keine Geschichte oder schöne Erinnerung von einem Land, das eine Diktatur ist (Iran). Der Iran tut mir in Bezug auf Politik, Glauben und soziales Leben so weh, dass ich leide wie viele Menschen auf der Flucht im Zweiten Weltkrieg gelitten haben.
 

Und hier ist Platz für alles, was du gerne erzählen möchtest:
Ich fühle mich oft wie ein vom Krieg zerrissener Bürger des Zweiten Weltkriegs (ein vom Krieg zerrissener Flüchtling). Mein Herz ist manchmal wie ein Berg der Dunkelheit. Diese Dunkelheit wird niemals enden, wenn die iranische Regierung nicht gestürzt wird.


Bitte schreib uns hier etwas Schönes, was du gerne mit mehreren Menschen teilen möchtest. Zum Beispiel ein Rezept aus deiner Heimat, dass man unbedingt probieren sollte, weil es so gut schmeckt. Oder eine Geschichte, die man einfach kennen soll – weil sie so schön ist:

Ja, ich möchte die Freiheit der Menschen im Iran und im Irak, in Afghanistan und im Nahen Osten teilen... Es gibt nichts Schöneres als das für mich. Das iranische Volk wartet seit vierzig Jahren darauf. Mein leckerstes Rezept für Sie wäre also das Rezept für die Befreiung meines Landes Iran von der die größten Diktatur der Welt.
 


Steckbrief über Ahmed

Wer bist du? Was magst du uns über dich erzählen?
Hallo, ich heiße Ahmed, ich bin 26 Jahre alt. Ich bin im Oktober 2015 nach Deutschland gekommen, eigentlich komme ich aus dem Irak. Momentan arbeite ich in einer Bäckerei.
 

Was sind deine Hobbies? Was machst du besonders gerne?
Fußball ist meine größte Leidenschaft. Ich spiele hier im Verein Freier Tus. Ansonsten liebe ich es, zu reisen und Menschen kennen zu lernen.
 

Wie bist du zu den Maltesern gekommen?
Im Januar 2016 habe ich in meinem Briefkasten eine Einladung zu den Integrationslotsen der Malteser gefunden, da bin ich dann einfach hingegangen.
 

Was waren deine ersten Eindrücke in Deutschland?
(Was hat dir gut gefallen? Was war komisch für dich?)

Das Leben hier ist sehr ruhig, ohne Krieg. Mir hat gefallen, dass die Menschen einen hier unterstützen, sodass man sich selbst ein Leben aufbauen kann. Ungewohnt war für mich die deutsche Sprache, aber wenn man gut lernt, geht es schneller als man denkt.

Erzähl uns etwas Schönes über dein Heimatland. Gibt es eine schöne Erinnerung, die du mit uns teilen willst? Oder etwas anderes Schönes, was du sehr vermisst?
Meine Heimat ist sehr sehr schön! Die Menschen helfen sich dort sehr gerne untereinander. Da ich schon so lange hier bin weiß ich nicht, wie es dort aktuell ist. Natürlich vermisse ich meine Familie, meine Freunde und meine Stadt, Mousul. Ich hoffe, dass der Krieg bald vorbei ist und die Menschen ohne Angst leben können.
 

Und hier ist Platz für alles, was du gerne erzählen möchtest:
Ich schaue immer Fußball im Fernsehen und wünsche mir sehr, dass ich bald wieder selbst spielen kann.

Bitte schreib uns hier etwas Schönes, was du gerne mit mehreren Menschen teilen möchtest. Zum Beispiel ein Rezept aus deiner Heimat, dass man unbedingt probieren sollte, weil es so gut schmeckt. Oder eine Geschichte, die man einfach kennen soll – weil sie so schön ist:

2017 habe ich nach langer Zeit meine Mutter in der Türkei getroffen, das war eines meiner schönsten Erlebnisse. Jetzt würde ich sie und meine Schwester gerne mal wiedersehen.
 

Projekte in der Diözese Regensburg im Überblick

Begegnungscafé

Treffpunkt für Menschen aus aller Welt. Unter dem Motto: "Nicht Abwarten, gemeinsam Teetrinken“, bietet sich hier eine Möglichkeit zu zwanglosem Kennenlernen, Austausch und Miteinander. Eingeladen sind Neubürger und alt Eingesessene gleichermaßen.

Internationaler Kochtreff

Koch mit uns über den Tellerrand! 

Nach kurzer Begrüßung und gegenseitigem Kennenlernen kochen zwei bis vier verschiedene Köche mit einer kleinen Gruppe jeweils ein Gericht, anschließend wird zusammen gegessen und natürlich auch aufgeräumt. Hier findet Austausch auf Augenhöhe statt, die Entstehung einer offenen und toleranten Gesellschaft wird aktiv gefördert.

Kunst verbindet

Schon seit jeher verbindet Kunst Menschen und Kulturen, daher liegt es nahe, dieses so elementar verbindende Element gerade dort einzusetzen, wo Begegnung und gemeinsames, vorurteilsfreies Handeln gefördert werden soll. Ob beim Trommelworkshop, gemeinsamen Malen oder kreativen Angeboten - Kunst eröffnet neue Perspektiven, ermöglicht andere Blickwinkel und bietet neue Zugänge.

 

Frauen stark im Alltag

Ein Kurs, der geflüchtete Frauen stark für den Alltag machen will. Er bringt den Teilnehmerinnen frauenspezifische Angebote der Stadt näher und hilft Hemmschellen abzubauen. Den Frauen soll mehr Teilhabe an unserer Gesellschaft ermöglicht werden. Die Malteser unterstützen damit Empowerment.

 

Patenschaften für Geflüchtete

Ehrenamtliche Integrationslotsen begleiten und unterstützen Geflüchtete sowohl im alltäglichem Bereich, als auch in besonderen Lebenssituationen. Integration wird so erleichtert und Wege in die neue Gesellschaft bereitet.

 

Interkultureller Garten

Interessenten können eigene Beete bewirtschaften und/oder sich an nötigen Gemeinschaftsarbeiten beteiligen. Der Interkulturelle Garten ist ein Ort der Begegnung für Menschen aller Kulturen, egal ob aus der Gegend oder aller Welt stammend.

 

Interkultureller Frauentanz

Schon in frühen Kulturen bis heute sind Frauen tanzend zusammengekommen. Tanz stärkt und verbindet. Unser Frauentanz bietet Raum um sich offen zu zeigen, Frau sein zu genießen und sich mit anderen auszutauschen und zu verbinden, jenseits der Männerwelt.

 

Ehrenamtlicher Deutschkurs

Wöchentlich trifft sich eine Kleingruppe zum gemeinsamen Deutschlernen. Dadurch haben Geflüchtete die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse aufzubessern und zusätzlich zum Integrationskurs Nachhilfe zu erhalten.